Kosten 3 Min. Lesezeit 20. April 2026

Wärmepumpe + Photovoltaik: Die perfekte Kombi

Mit PV sinken deine Heizkosten auf einen Bruchteil. Warum das Paar zusammengehört, wie groß dimensioniert wird und was die Autarkie bringt.

Sonne tanken, selbst heizen, unabhängig werden. Was die Kombi wirklich bringt – mit realistischen Eigenverbrauchs-Quoten und Amortisationsrechnung.

Warum Wärmepumpe & PV so gut zusammenpassen

Kurz gesagt: Die Wärmepumpe ist der größte Stromverbraucher im Haushalt. Und sie braucht genau dann viel Strom, wenn er durch Einspeisevergütung am wenigsten wert ist – im Winter halb, im Sommer (Warmwasser) ganz oft am Tag. Jede selbst genutzte kWh spart dir ca. 20 ct gegenüber Netzbezug.

Die drei Hebel der Kombi:

  • Hebel 1: PV-Strom direkt in die WP verheizen (Eigenverbrauch statt 8 ct Einspeisung)
  • Hebel 2: Warmwasserspeicher als „Wärmebatterie“ aufladen, wenn die Sonne scheint
  • Hebel 3: Mit Batteriespeicher abends weiterheizen ohne Netzbezug

Wie viele kWp brauche ich?

Faustregel: 1 kWp PV pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch – und die Wärmepumpe mitrechnen.

Annahme Raum Stuttgart: ca. 1.000 kWh Ertrag pro kWp/Jahr bei Süd-/West-Ausrichtung.
HaushaltGesamtverbrauchEmpfohlene PVMit Speicher
2 Pers., Neubau KfW 554.500 kWh5–7 kWp5 kWh
4 Pers., saniertes EFH7.000 kWh8–10 kWp8 kWh
5 Pers., teilsanierter Altbau10.000 kWh12–15 kWp10 kWh
EFH + E-Auto + WP12.000 kWh15–20 kWp15 kWh

Wie hoch ist der realistische Eigenverbrauch?

Ehrliche Zahl: Ohne Management kommst du auf 25–30 % Eigenverbrauch. Mit SG-Ready-Steuerung und smartem Energiemanager werden es 40–55 %. Mit Batteriespeicher zusätzlich 70–80 % – die „Autarkie“ nähert sich je nach Haus 60–75 % an.

Der Schlüssel heißt SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready). Fast alle aktuellen Wärmepumpen haben sie. Damit kann die WP vom Wechselrichter bzw. vom Energiemanager (z.B. go-e, E3/DC, senec, Fronius) signalisiert bekommen: „Jetzt ist Sonne, heiz mal den Speicher hoch.“ So wird der Pufferspeicher zur Wärmebatterie.

Förderung: Doppelt profitieren

Die Wärmepumpe wird über die BAFA/KfW bis zu 70 % bezuschusst (siehe Förderratgeber). Die PV-Anlage selbst wird seit 2023 mit 0 % MwSt. gekauft und installiert – ein de-facto 19-%-Rabatt auf die Anschaffung.

Zusätzlich: In Baden-Württemberg gibt es für Speicher und Wallbox regionale Zuschüsse (Stuttgart Energie, einzelne Stadtwerke). Wir prüfen die Förderkulisse im Angebot mit.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Batteriespeicher für die WP?
Ja, aber primär für den Haushaltsstrom + abendlichen WP-Betrieb. Die WP selbst brauchst du tagsüber nicht „batterieren“ – dann läuft sie ja direkt mit PV-Strom. Speichergröße: ca. 1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.
Funktioniert die Kombi auch ohne Batterie?
Definitiv. Auch ohne Speicher holst du mit SG-Ready-Steuerung 40 %+ Eigenverbrauch raus. Batterie ist die Krönung, nicht die Voraussetzung.
Kann ich die PV nachrüsten?
Jederzeit. Wichtig ist nur, dass die WP SG-Ready oder eine ModBus-Schnittstelle hat – bei allen aktuellen Geräten Standard.
Was passiert im Winter mit wenig Sonne?
Dann kommt der Strom aus dem Netz – da helfen dir am meisten ein Wärmepumpen-Tarif (20–23 ct/kWh) und gut gedämmte Gebäudehülle. Die PV liefert im Januar ca. 10–15 % der jährlichen Leistung.
HK
Hendric Küllmer
SHK-Meister · Energieberater (HWK) · Gerlingen
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