Wärmepumpe und Photovoltaik sind das stärkste Duo der Energiewende im Eigenheim: Sonne tanken, selbst heizen, unabhängig werden. Was die Kombination wirklich bringt – mit realistischen Eigenverbrauchs-Quoten und Amortisationsrechnung.
Hendric Küllmer, SHK-Meister und Energieberater · Stand: 05.09.2026
Warum Wärmepumpe & PV so gut zusammenpassen
Kurz gesagt: Die Wärmepumpe ist der größte Stromverbraucher im Haushalt. Und sie braucht genau dann viel Strom, wenn er durch Einspeisevergütung am wenigsten wert ist – im Winter halb, im Sommer (Warmwasser) ganz oft am Tag. Jede selbst genutzte kWh spart dir ca. 20 ct gegenüber Netzbezug.
Die drei Hebel der Kombi:
- Hebel 1: PV-Strom direkt in die WP verheizen (Eigenverbrauch statt 8 ct Einspeisung)
- Hebel 2: Warmwasserspeicher als „Wärmebatterie“ aufladen, wenn die Sonne scheint
- Hebel 3: Mit Batteriespeicher abends weiterheizen ohne Netzbezug
Wie viele kWp brauche ich?
Faustregel: 1 kWp PV pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch – und die Wärmepumpe mitrechnen.
| Haushalt | Gesamtverbrauch | Empfohlene PV | Mit Speicher |
|---|---|---|---|
| 2 Pers., Neubau KfW 55 | 4.500 kWh | 5–7 kWp | 5 kWh |
| 4 Pers., saniertes EFH | 7.000 kWh | 8–10 kWp | 8 kWh |
| 5 Pers., teilsanierter Altbau | 10.000 kWh | 12–15 kWp | 10 kWh |
| EFH + E-Auto + WP | 12.000 kWh | 15–20 kWp | 15 kWh |
Die genaue Auslegung hängt von Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung und der Heizlast deines Hauses ab. Einen ersten, unverbindlichen Richtwert für deine Situation bekommst du in wenigen Minuten über unseren Online-Konfigurator – er rechnet Wärmepumpe und PV-Größe gemeinsam durch, nicht getrennt.
Wie hoch ist der realistische Eigenverbrauch?
Ehrliche Zahl: Ohne Management kommst du auf 25–30 % Eigenverbrauch. Mit SG-Ready-Steuerung und smartem Energiemanager werden es 40–55 %. Mit Batteriespeicher zusätzlich 70–80 % – die „Autarkie“ nähert sich je nach Haus 60–75 % an.
Der Schlüssel heißt SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready). Fast alle aktuellen Wärmepumpen haben sie. Damit kann die WP vom Wechselrichter bzw. vom Energiemanager (z.B. go-e, E3/DC, senec, Fronius) signalisiert bekommen: „Jetzt ist Sonne, heiz mal den Speicher hoch.“ So wird der Pufferspeicher zur Wärmebatterie.
PV deckt den Tag, ein guter Tarif den Rest
Auch mit großzügiger PV bleibt eine Restmenge, die aus dem Netz kommt – vor allem in den dunklen Monaten. Für diese Restmenge lohnt sich ein spezieller Wärmepumpen-Stromtarif (aktuell ca. 20–23 ct/kWh, oft mit separatem Zähler), statt alles über den Haushaltstarif laufen zu lassen. Manche Netzbetreiber verlangen dafür ein steuerbares Gerät nach § 14a EnWG – bei modernen WPs Standard, keine Zusatzkosten.
Wer noch einen Schritt weitergehen will, kombiniert PV-Eigenverbrauch mit einem dynamischen Stromtarif: Die Wärmepumpe lädt den Speicher gezielt in den günstigsten Netzstrom-Stunden, wenn gerade keine Sonne scheint. Das lohnt sich vor allem bei größeren Häusern mit hohem Winterverbrauch – wir prüfen im Beratungsgespräch, ob sich der Aufwand für dich rechnet.
Förderung: Doppelt profitieren
Für die Wärmepumpe kann eine Förderung über KfW 458 möglich sein; Höhe und Bonus-Bausteine hängen von den individuellen Voraussetzungen ab (siehe Förderübersicht und unsere Förderantragshilfe). Die PV-Anlage selbst wird seit 2023 mit 0 % MwSt. gekauft und installiert – ein de-facto 19-%-Rabatt auf die Anschaffung.
Zusätzlich: In Baden-Württemberg gibt es für Speicher und Wallbox regionale Zuschüsse (Stuttgart Energie, einzelne Stadtwerke). Wir prüfen die Förderkulisse im Angebot mit.
So läuft die Kombi-Installation bei uns ab
Wärmepumpe und PV aus einer Hand zu planen spart dir eine zweite Baustelle und stellt sicher, dass beide Systeme wirklich zusammenspielen – falsch dimensioniert verschenkst du sonst schnell 10–15 Prozentpunkte Eigenverbrauch. In unseren Festpreis-Paketen ist die gemeinsame Auslegung von Wärmepumpe, Pufferspeicher und PV-Anbindung bereits enthalten: eine Heizlastberechnung, ein Termin, ein Angebot.
- Vor-Ort-Termin: Dachfläche, Ausrichtung, Heizlast und vorhandene Elektrik werden gemeinsam erfasst.
- Abgestimmtes Angebot: WP-Leistung und PV-Größe werden aufeinander abgestimmt, nicht isoliert kalkuliert.
- Ein Elektriker-Termin für Zählerschrank, SG-Ready-Verkabelung und Wallbox-Vorbereitung, statt zwei getrennter Baustellen.