Kosten 5 Min. Lesezeit 20. April 2026

Wärmepumpe + Photovoltaik: Die perfekte Kombi

Mit PV sinken deine Heizkosten auf einen Bruchteil. Warum das Paar zusammengehört, wie groß dimensioniert wird und was die Autarkie bringt.

Wärmepumpe und Photovoltaik sind das stärkste Duo der Energiewende im Eigenheim: Sonne tanken, selbst heizen, unabhängig werden. Was die Kombination wirklich bringt – mit realistischen Eigenverbrauchs-Quoten und Amortisationsrechnung.

Hendric Küllmer, SHK-Meister und Energieberater · Stand: 05.09.2026

Warum Wärmepumpe & PV so gut zusammenpassen

Kurz gesagt: Die Wärmepumpe ist der größte Stromverbraucher im Haushalt. Und sie braucht genau dann viel Strom, wenn er durch Einspeisevergütung am wenigsten wert ist – im Winter halb, im Sommer (Warmwasser) ganz oft am Tag. Jede selbst genutzte kWh spart dir ca. 20 ct gegenüber Netzbezug.

Die drei Hebel der Kombi:

  • Hebel 1: PV-Strom direkt in die WP verheizen (Eigenverbrauch statt 8 ct Einspeisung)
  • Hebel 2: Warmwasserspeicher als „Wärmebatterie“ aufladen, wenn die Sonne scheint
  • Hebel 3: Mit Batteriespeicher abends weiterheizen ohne Netzbezug

Wie viele kWp brauche ich?

Faustregel: 1 kWp PV pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch – und die Wärmepumpe mitrechnen.

Annahme Raum Stuttgart: ca. 1.000 kWh Ertrag pro kWp/Jahr bei Süd-/West-Ausrichtung.
HaushaltGesamtverbrauchEmpfohlene PVMit Speicher
2 Pers., Neubau KfW 554.500 kWh5–7 kWp5 kWh
4 Pers., saniertes EFH7.000 kWh8–10 kWp8 kWh
5 Pers., teilsanierter Altbau10.000 kWh12–15 kWp10 kWh
EFH + E-Auto + WP12.000 kWh15–20 kWp15 kWh

Die genaue Auslegung hängt von Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung und der Heizlast deines Hauses ab. Einen ersten, unverbindlichen Richtwert für deine Situation bekommst du in wenigen Minuten über unseren Online-Konfigurator – er rechnet Wärmepumpe und PV-Größe gemeinsam durch, nicht getrennt.

Wie hoch ist der realistische Eigenverbrauch?

Ehrliche Zahl: Ohne Management kommst du auf 25–30 % Eigenverbrauch. Mit SG-Ready-Steuerung und smartem Energiemanager werden es 40–55 %. Mit Batteriespeicher zusätzlich 70–80 % – die „Autarkie“ nähert sich je nach Haus 60–75 % an.

Der Schlüssel heißt SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready). Fast alle aktuellen Wärmepumpen haben sie. Damit kann die WP vom Wechselrichter bzw. vom Energiemanager (z.B. go-e, E3/DC, senec, Fronius) signalisiert bekommen: „Jetzt ist Sonne, heiz mal den Speicher hoch.“ So wird der Pufferspeicher zur Wärmebatterie.

PV deckt den Tag, ein guter Tarif den Rest

Auch mit großzügiger PV bleibt eine Restmenge, die aus dem Netz kommt – vor allem in den dunklen Monaten. Für diese Restmenge lohnt sich ein spezieller Wärmepumpen-Stromtarif (aktuell ca. 20–23 ct/kWh, oft mit separatem Zähler), statt alles über den Haushaltstarif laufen zu lassen. Manche Netzbetreiber verlangen dafür ein steuerbares Gerät nach § 14a EnWG – bei modernen WPs Standard, keine Zusatzkosten.

Wer noch einen Schritt weitergehen will, kombiniert PV-Eigenverbrauch mit einem dynamischen Stromtarif: Die Wärmepumpe lädt den Speicher gezielt in den günstigsten Netzstrom-Stunden, wenn gerade keine Sonne scheint. Das lohnt sich vor allem bei größeren Häusern mit hohem Winterverbrauch – wir prüfen im Beratungsgespräch, ob sich der Aufwand für dich rechnet.

Förderung: Doppelt profitieren

Für die Wärmepumpe kann eine Förderung über KfW 458 möglich sein; Höhe und Bonus-Bausteine hängen von den individuellen Voraussetzungen ab (siehe Förderübersicht und unsere Förderantragshilfe). Die PV-Anlage selbst wird seit 2023 mit 0 % MwSt. gekauft und installiert – ein de-facto 19-%-Rabatt auf die Anschaffung.

Zusätzlich: In Baden-Württemberg gibt es für Speicher und Wallbox regionale Zuschüsse (Stuttgart Energie, einzelne Stadtwerke). Wir prüfen die Förderkulisse im Angebot mit.

So läuft die Kombi-Installation bei uns ab

Wärmepumpe und PV aus einer Hand zu planen spart dir eine zweite Baustelle und stellt sicher, dass beide Systeme wirklich zusammenspielen – falsch dimensioniert verschenkst du sonst schnell 10–15 Prozentpunkte Eigenverbrauch. In unseren Festpreis-Paketen ist die gemeinsame Auslegung von Wärmepumpe, Pufferspeicher und PV-Anbindung bereits enthalten: eine Heizlastberechnung, ein Termin, ein Angebot.

  • Vor-Ort-Termin: Dachfläche, Ausrichtung, Heizlast und vorhandene Elektrik werden gemeinsam erfasst.
  • Abgestimmtes Angebot: WP-Leistung und PV-Größe werden aufeinander abgestimmt, nicht isoliert kalkuliert.
  • Ein Elektriker-Termin für Zählerschrank, SG-Ready-Verkabelung und Wallbox-Vorbereitung, statt zwei getrennter Baustellen.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Batteriespeicher für die WP?
Ja, aber primär für den Haushaltsstrom + abendlichen WP-Betrieb. Die WP selbst brauchst du tagsüber nicht „batterieren“ – dann läuft sie ja direkt mit PV-Strom. Speichergröße: ca. 1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.
Funktioniert die Kombi auch ohne Batterie?
Definitiv. Auch ohne Speicher holst du mit SG-Ready-Steuerung 40 %+ Eigenverbrauch raus. Batterie ist die Krönung, nicht die Voraussetzung.
Kann ich die PV nachrüsten?
Jederzeit. Wichtig ist nur, dass die WP SG-Ready oder eine ModBus-Schnittstelle hat – bei allen aktuellen Geräten Standard.
Was passiert im Winter mit wenig Sonne?
Dann kommt der Strom aus dem Netz – da helfen dir am meisten ein Wärmepumpen-Tarif (20–23 ct/kWh) und gut gedämmte Gebäudehülle. Die PV liefert im Januar ca. 10–15 % der jährlichen Leistung.
Muss ich PV und Wärmepumpe beim selben Anbieter kaufen?
Nein, technisch nicht zwingend. Praktisch sprechen wir aber aus Erfahrung: Wenn Heizlast, WP-Leistung und PV-Größe von zwei getrennten Anbietern kalkuliert werden, passt die Abstimmung selten optimal. Ein gemeinsamer Ansprechpartner spart dir Reibungsverluste – bei der Auslegung wie bei der Haftung.
HK
Hendric Küllmer
SHK-Meister · Energieberater (HWK) · Gerlingen
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